Die arme Familie

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Ein dominanter Familienvater, gross, kräftig und manchmal sehr impulsiv – das ist das beste Anzeichen für ein einseitiges Familienleben, bei dem vor allem der weibliche Rest, bestehend aus Ehefrau und Tochter, eventuell zurück stecken muss, schon gleich, wenn noch ein Bruder mit im Boot sitzt und in die gleiche Richtung wie sein Vater rudert. 

Schnell werden sie seekrank und geraten in Seenot und nur der Rettungsdampfer aus psychiatrischer Betreuung und Sozialamt kann alle zusammen aus dem Wasser zurück an Land befördern, damit nicht jeder für immer untergeht und im Ertrinken terminiert.

Alkoholmissbrauch bei der Ehefrau, Drogenkonsum bei der Tochter, welche noch nicht volljährig ist und ein Golf GTI für den Sohn und der Mercedes für den Familienvater. So sieht das Familienleben dann vielleicht einmal aus.

Schreie und Wutausbrüche, ich bin schliesslich das Familienoberhaupt bis hin zu ich verdiene schliesslich unsere gemeinsamen Brötchen, die Frau kann allerdings selbst kein Geld herein holen, da sie an den Herd gebunden wird und das Haus versorgen und pflegen muss, so dass die Männer freien Lauf behalten, am Werktag nach der Schicht in die Spielcasinos und am Wochenende in die Bars, Wirtshäuser und Kneipen des Stadtviertels (testosteron).

Ein Vorgang, der lebenslang beibehalten wird und für den ein Jahrzehnt Dauer noch viel zu untertrieben wäre – die Kinder wachsen damit auf, sind entsprechend wenig privilegiert, zu Hause bleibt man bildungsfremd und liest nicht, kein einziges Buch in dem Haushalt, was sich bei Bewerbungen nach abgebrochener Schullaufbahn bemerkbar macht, denn im Vorstellungsgespräch nach 1000 untauglichen Bewerbungen wird man sofort weiter verwiesen an das Arbeitsamt und später an die Sozialämter, man landet in Hartz IV und bleibt in dieser Schiene so lange hängen, bis eine psychische Erkrankung folgt und man mühsam, ebenfalls unter Sozialgesetzbuch, wieder weiterbefördert wird, jetzt schon mit Schwerbehindertenausweis aufgrund seelischer Behinderung und irgendwann in eine Werkstatt für Behinderte gelangt und von dort, über viele weitere Praktika und Massnahmen, welche alle nicht fruchten und dauerhaft nachhaltig greifen, in ein Heim abgeschoben wird, wieder für zehn Jahre.

Als Vierzigjähriger sind die Eltern selbst pflegebedürftig, man kommt raus, weil der Staat kein Geld mehr für den Heimaufenthalt hat und muss in einer Sozialwohnung seine Existenz fristen, betreut vom Betreuten Wohnen des Roten Kreuzes mit chronischen Arztterminen, eventuell Schulden machen, um überleben zu können, da viele Schwätzer und Halsabschneider einem an den letzten Groschen in der zerbeulten Hosentasche gelangen, was man erst zu spät merkt, denn man rechnet ja immer mit dem Guten in den Menschen, aber: Vielleicht wird man trotzdem irgendwann aus Schaden klug und mit 50 Jahren, wenn alles zu spät ist und man garantiert keinen Job mehr finden kann, entschliesst man sich, das Abitur endlich nachzuholen.

Dann wird man sogar vom Sozialamt einmal mit dem Nachnamen angesprochen.

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