Verfahren bei der Blutspende
In Deutschland gibt es mehrere private und gemeinnützige Institutionen, die zur Blutspende aufrufen, sie durchführen und das Blut verkaufen. Auch das Deutsche Rote Kreuz verkauft das gewonnene Blut an Krankenhäuser und Kliniken.
Ablauf einer Blut- bzw. Plasmaspende
Als Erstspender muss man bei jedem Blutspendedienst einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Darin wird geklärt, ob für den Spender generell gesundheitliche Risiken durch eine Blutspende entstehen. So sind z.B. Kinder und Jugendliche von der Blutspende ausgeschlossen, ebenso wie Zuckerkranke oder Menschen mit eingeschränkten Organfunktionen. Ist man einmal als Blutspender registriert, muss man vor jeder Spende einen weiteren Fragebogen beantworten. Damit soll sichergestellt werden, dass für den Empfänger keine Gefahr besteht. Das bedeutet, dass Ausschlusskriterien beim Spender abgefragt werden müssen.
Zum Beispiel: Ob der Spender im Verlauf der letzten 6 Monate längerere Zeit in Großbritannien war (wg. BSE), einen operativen Eingriff hatte (dazu gehören auch Piercings und Tätowierungen), sowie das Sexualverhalten. Nun wird es spannend: Sie müssen beantworten, ob Sie einer Risikogruppe angehören, oder mit Personen dieser Gruppen Sex hatten: Prostituierte, Drogenabhängige, Gefängnisinsassen? Homo- oder bisexuelle Männer? Sobald Sie eine der Fragen mit "Ja" beantworten, sind Sie dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen.
Sofern Sie keines der Ausschlusskriterien mit "Ja" beantwortet haben, dürfen Sie prinzipiell Blut spenden. Nach einer kurzen Blutkontrolle (ein kleiner Pieks in den Finger oder das Ohrläppchen), bei der unter anderem ihr persönlicher Blutgerinnungswert bestimmt wird, kommen Sie in den Entnahmeraum, wo Ihnen mittels Kanüle etwa ein halber Liter Blut abgenommen wird.
Die letzte Sicherheitsbarriere ist dann im Anschluss der sogenannte "Anonyme Selbstausschluss". In einer abgetrennten Kabine müssen Sie ankreuzen, ob ihre abgegebene Blutspende in Umlauf gebracht werden darf oder nicht. Dies ist die Notbremse für Spender, die zuvor Angst hatten, vor dem Blutspendepersonal, dem Ehepartner, vor Freunden oder Arbeitskollegen wahrheitsgemäß zu antworten.
Plasma wird konserviert und ein halbes Jahr gesperrt. Blut ist dagegen weniger lange haltbar, und kommt schneller in Umlauf. Alle Spenden werden direkt nach der Abgabe auf die verschiedensten Werte getestet, auch auf das HI-Virus. HI-Viren vermehren sich nicht innerhalb einer Blutkonserve, sondern nur in einem aktiven Blutkreislauf. Eine frische Infektion kann darum testsicher erst bei einer Blutentnahme festgestellt werden, die mindestens drei Wochen nach der Infektion erfolgt.
Um so wichtiger ist es, das individuelle Risikoverhaltenden jedes Spenders genauer zu durchleuchten.
